Am 27. Mai besuchten Schülerinnen und Schüler der Erich Kästner-Schule in Rosbach/Rodheim im Rahmen des Geschichtsunterrichts die Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar – einen Ort, an dem die Verbrechen des Nationalsozialismus bis heute spürbar sind. Der Besuch diente der vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalsozialismus und fand als Ergänzung zum Unterricht statt.
Bereits das Tor mit der zynischen Inschrift „Jedem das Seine“ machte vielen deutlich, welch menschenverachtende Ideologie diesem Ort zugrunde lag. Durch geführte Rundgänge, Ausstellungen und eindrückliche Erzählungen wurde den Jugendlichen vor Augen geführt, was es bedeutete, in einem Konzentrationslager wie Buchenwald inhaftiert zu sein – entrechtet, gequält, dem Tod ausgeliefert.
Die intensive Begegnung mit dem historischen Ort löste bei vielen Betroffenheit, Nachdenklichkeit und auch Fragen aus: Wie konnte es so weit kommen? Wie konnte eine Gesellschaft solche Verbrechen zulassen? Und: Welche Verantwortung tragen wir heute?
Der Besuch fand im selben Jahr statt, in dem sich die Befreiung des Konzentrationslagers zum 80. Mal jährt – ein Zufall, der der Exkursion zusätzliche Bedeutung verlieh. Für viele Schülerinnen und Schüler wurde deutlich: Erinnern ist nicht nur Aufgabe der Vergangenheit, sondern Verpflichtung für die Zukunft.
Ermöglicht wurde die Fahrt durch die finanzielle Unterstützung des Fördervereins der Erich Kästner-Schule sowie durch Mittel des Wetteraukreises. Die Schulgemeinschaft spricht dafür ihren herzlichen Dank aus.
Der Tag in Buchenwald hat Spuren hinterlassen. Er war mehr als ein Lehrausflug – er war ein stiller Appell: Nie wieder.
Am Freitag, den 23.02. würde Erich Kästner 125 Jahre alt. Er hat auch in Hessen Spuren hinterlassen: In Rosbach-Rodheim ist eine der ersten Schulen überhaupt nach dem populären Kinderbuch-Autor benannt. Zur Eröffnung 1966 kam der Namensgeber höchstpersönlich in die Wetterau - und spendierte der Schulgemeinde Erdbeerkuchen mit Sahne.
Ein kleines Hörspiel dazu finden Sie auf der Seite der Hessenschau vom 22.02.2024.
