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Sie pauken für bessere Noten, während andere Ferien machen.
Sie pauken für bessere Noten, während andere Ferien machen.

Wetterauer Zeitung 10.04.2012

 

»Denn Pauken muss man so oder so«

 

25 Rodheimer Haupt- und Realschüler drücken in den Osterferien die Schulbank – Deutsch, Englisch und Mathe

 

Rosbach-Rodheim v.d.H. (sky). Zum zweiten Mal bot die Erich-Kästner-Schule (EKS) den Schülern der Sekundarstufenklassen 7 bis 9 in den Osterferien die Möglichkeit an, an ihrem Notendurchschnitt noch etwas zu verbessern.

Vor allem die Schüler der 9. Hauptschulklasse, die vom 7. bis 11. Mai ihre Abschlussprüfungen ablegen, hatten von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Aber auch Realschüler im Alter von 13 bis 17 Jahren hatten sich für das Ostercamp angemeldet – und zwar freiwillig.

 

»Wir wollen einen qualifizierten Hauptschulabschluss machen. Den braucht man, wenn man später auf eine Berufsfachschule gehen will«, erklärt der 16-jährige Nico aus der Klasse 9 H. Er glaubt, dass er seine Note in Englisch »noch ein bisschen ausbauen« kann. Seine Klassenkameradinnen Yvonne (16) und Hülya (15) wollen auch in Mathematik auf eine bessere Note kommen. Fast alle ihre Mitschüler aus der 9 H hatten sich für das Camp angemeldet. »Wenn man irgendwo noch etwas verbessern kann, ist das doch eine gute Sache.«

 

Maria Schäfer von der Schulsozialarbeit, die zusammen mit Max Schulz den Deutschkurs betreut, ist voll des Lobes über die insgesamt 25 Teilnehmer des Ostercamps. »Sie sind jeden Morgen auf die Minute pünktlich und alle hoch motiviert«, sagt Schäfer. Co-Trainer Schulz ist ehemaliger EKS-Schüler und hat nach seinem Abitur schon ein Freiwilliges Soziales Jahr an seiner früheren Lernstätte absolviert. »Viele Schüler sind uns auch im Anschluss an ihre Schulzeit noch eng verbunden«, weiß Schulleiter Joachim Pehlke.

 

In allen drei prüfungsrelevanten Fächern (Deutsch, Englisch und Mathematik) kann man in den beiden Ferienwochen sein Wissen noch ein wenig aufpeppen. Außer Schäfer sind zwei Lehrerinnen und drei junge Abiturienten zugegen, um auf die Fragen der Schüler einzugehen und ihnen weiterzuhelfen. »Weil die Gruppen kleiner sind und außerdem zwei Fachkräfte dabei sind, wird man viel individueller betreut als im normalen Schulunterricht«, sagt Yvonne. Sie beschäftigt sich gerade mit der Mathematik-Übungsmappe, die ihr von Cordula Büchel ausgehändigt worden ist. »Wenn ich etwas mal nicht verstehe, bekomme ich gleich Hilfe«, ergänzt sie. Auch Hülya ist zufrieden mit dem Ferienangebot – und außerdem mache die gemeinsame Vorbereitung auf die Abschlussprüfung mehr Spaß, als alleine daheim zu sitzen. Pauken müsse man so oder so.

 

Gemeinsamkeit steht auch an den Nachmittagen auf dem Programm. Dann darf entweder Sport getrieben oder einer kreativen Beschäftigung nachgegangen werden – oder es kann weiter gepaukt werden. »Acht von unseren Schülern wollen lieber lernen«, berichtet Maria Schäfer. Sie ist jeden Tag von 9 bis 15 Uhr in der EKS, um das Ostercamp zu organisieren. »Finanziert wird es über das Hessische Kultusministerium, sodass den Schülern keine Kosten entstehen«, sagt sie. Ein bisschen stolz ist sie darauf, dass in diesem Jahr keine Schüler der Klasse 10 unter den Lernwilligen sind. »Die haben alle so gute Noten, die brauchen keine Hilfe.« Das beweise, dass die schulische Förderung in die richtige Richtung gehe. (Foto: sky)

 

 

 

Muskelkraft ist bei der Hangel-Anlage gefragt. Sie ist eine von zehn Möglichkeiten, sich nach dem Unterricht auszutoben. (Fotos: sky)
Muskelkraft ist bei der Hangel-Anlage gefragt. Sie ist eine von zehn Möglichkeiten, sich nach dem Unterricht auszutoben. (Fotos: sky)

Wetterauer Zeitung

 

Neue Spielanlage der Erich-Kästner-Schule eingeweiht


Rosbach-Rodheim v. d. H. (sky). Die rund 240 Grundschulkinder konnten es kaum erwarten. Dicht gedrängt standen sie auf dem Außengelände der Erich-Kästner-Schule (EKS), wo sie am letzten Schultag vor den Osterferien die Eröffnung der 26 000 Euro teuren Spielanlage miterleben durften.

 

Finanzier war die Stadt Rosbach gewesen, die sich nach der Übernahme der ehemaligen Betreuungsschule in den städtischen Hort in der Verantwortung sah, die notwendige Neugestaltung der Außenanlagen in Angriff zu nehmen.

 

»Wir stehen zu dieser Schule und wollen deshalb alles für sie tun, was in unserer Macht steht«, sagte Bürgermeister Detlef Brechtel. Der Applaus von Eltern, Lehrerschaft und Schülern konnte blieb dementsprechend auch nicht aus. »Wir sind ein Team«, sang der Schulchor unter der Leitung von Silke Lahr und hatte keine Mühe, alle Anwesenden hiervon zu überzeugen. »Hier ist etwas gelungen, das wir der guten Zusammenarbeit mit der Stadt zu verdanken haben«, meinte Schulleiter Joachim Pehlke.

 

Den Schulstandort Rodheim auch für die Sekundarstufe I zu erhalten, dafür kämpft der Pädagoge, seit er in der EKS die Fäden in die Hand genommen hat. Die Erfolge stellten sich ein. »Dank unseres neuen pädagogischen Konzepts haben wir die Anmeldezahlen von anfangs 17 auf derzeit 37 Schüler hochschrauben können«, ließ er wissen. Er ist zuversichtlich, auch die 40er-Marke knacken zu können. Dann wäre der Sekundarzweig in Rodheim wieder zweizügig, was sich für die Schüler auszahlen würde.

 

 

Schulleiter Joachim Pehlke, Inge Voigt, Bürgermeister Detlef Brechtel und Hortleiter Peter Lauer (v. l.) schneiden das Flatterband durch.
Schulleiter Joachim Pehlke, Inge Voigt, Bürgermeister Detlef Brechtel und Hortleiter Peter Lauer (v. l.) schneiden das Flatterband durch.

Für die Grundschulkinder sind solche Überlegungen momentan nachrangig. Die neunjährige Louisa war mehr daran interessiert, auf der Trittteller-Anlage ihre Geschicklichkeit zu trainieren. Freundin Lilly (8) zog es mehr zur Feuerwehrstange hin, wo sie einen Zwei-Meter-Höhenunterschied in Sekundenschnelle überwinden konnte. Auch Destina (10) war begeistert von diesem schlichten Edelstahlkonstrukt. Den zehnjährigen Tizian zog es hingegen mehr zum Klettergerüst. Bevor er sich hier allerdings einen Platz erobern konnte, war Durchsetzungsvermögen gefragt. »Am ersten Tag wollen natürlich alle Kinder alles ausprobieren,was hier geboten wird«, meinte eine Lehrerin. Zwei Türme, eine Hangelanlage, zwei Wackelbrücken sowie eine Rutsche, eine Feuerwehrstange und eine Kletternetz hat die Stadt bauen lassen, damit an der EKS mehr Bewegung zum Tragen kommt. »Dazu kommt eine 2er Reckstange, die Aufrüstung unserer Schaukel und ein neuer Fallschutz für die Kletterwand«, ergänzt Inge Voigt. Sie hatte die Betreuungsschule geleitet, bevor die in städtische Hände gegeben wurde.

 

 

»Wir hätten uns eine Realisierung schon eher gewünscht«, ließ Hortleiter Peter Lauer wissen. Ein dreiviertel Jahr hätte man allerdings gebraucht, bis Spielgeräte, Eltern- und Lehrerwünsche sowie die Preise in Einklang gebracht werden konnten. Eine Kommission aus 30 Kindern, der Leitung der Hort-Betreuung sowie der Schulleitung der EKS, und dazu aus Lehrern und Erziehern hätten schließlich die Wahl getroffen. »Jetzt haben wir hier eine Spielanlage, die den Schülern und Hortkindern eine gelungene Herausforderung bietet in Sachen Gleichgewicht, Sicherheit, Geschicklichkeit, Kraft und Konzentration«, fasste der Bürgermeister zusammen. Schulleiter Pehlke gab dem Projekt gute Wünsche mit auf den Weg: »Ich hoffe, dass diese Anlage Signalwirkung hat«, sagte er. Weder Verletzungen noch Vandalismus, dafür aber viel Spaß und eine lange Lebensdauer wolle er mit dieser Anlage verbunden wissen.

 

 

Peter Lauer hofft nun, dass das neue Klettergerüst schon in den Osterferien reichlich genutzt werden möge. »Dann kommen rund 70 Kinder zu uns ins Ferienprogramm.«

 

 


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